Keine Angst vor Keilen!
Tricams und Ballnuts der Firma Camp im Test

Ein Plädoyer für mehr Mut und Selbstbewusstsein

Nein, ich bin kein Bohrhakengegner.
Es macht mir Spaß, in gut abgesicherten Kletterrouten mich einzig auf die Schwierigkeiten konzentrieren zu können. Dies ermöglicht mir, ohne Bedenken bis an meine Sturzgrenze - und wenn nötig – darüber hinaus zu klettern. Im wesentlichen beanspruche ich dabei meine körperlichen Fähigkeiten und meine Kletterintelligenz. Eine rein sportliche Herausforderung. Toll.
Ich liebe es aber es aber ebenso, die Grenzen meiner gesamten Qualitäten zu verschieben und weiterzuentwickeln. Denn ich bin nicht nur Turner in der Vertikalen, sondern auch Entdecker und Abenteurer. Hierbei geht es keineswegs in erster Linie darum, einen höheren Schwierigkeitsgrad zu klettern, sondern einem Schwierigkeitsgrad souveräner zu begegnen und unter allen Bedingungen gewachsen zu sein. Das eröffnet ganz neue Chancen für Erlebnisse und Erfahrungen in diesem Tun.
Nehmen wir den „Jubiläumsriss“ im Grad 7- in der Pfalz. Der Hallen gestählte und Bohrhaken verwöhnte Kletterer - im 8. Grad locker unterwegs – gerät ins Grübeln. Gerne sähe er in diesem doch so glatt und abweisend erscheinenden Riss solide fixe Sicherungspunkte in Form von Bohrhaken. Gibt’s aber nicht. So verlässt ihn womöglich der Mut und er verzichtet auf diese attraktive Kletterei. Das ist aber nicht nötig. An nahezu jeder Stelle lassen sich hier ausgezeichnete Placements finden, in die in beliebiger Anzahl Keile versenkt werden können.
Es ist nicht so schwer. Habt Mut und versucht es.
 

Tricams und Ballnuts erleben eine Renaissance.

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Tricams sind mehr als nur Keile. Sie sind „Klemmgeräte“. Das sieht man nicht so leicht wie bei den Ballnuts, die wir schnell als solche identifizieren, schließlich haben sie einen beweglichen Teil: diese Kupferkalotte.

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Der Tricam läßt sich ausgezeichnet in parallelen, horizontalen und auch vertikalen  Rissen sowie loch- und taschenförmigen Vertiefungen legen. Vor dem Legen wird die Schlinge einmal um die vertiefte Seite des Keiles herumgeführt und voilà: wir haben  beinahe die Klemmtechnik eines . Bei Zugbelastung werden die Kräfte nicht wie bei einem Rock üblich, entlang der Achse wirksam, sondern gegen die beiden Auflageflächen umgelegt. Dies verbietet natürlich ein Placement z.B. hinter einer hohl klingenden Schuppe oder in einer Wabenstruktur. Die Sprengwirkung ist ähnlich der eines Friends. Somit ist etwas Übung gefragt, um das Teil sicher in die gewünschte Position zu bringen. Die weiche Bandschlinge ist – vor allem wenn als weiteres Gelenk eine Expresse hinzukommt - weitgehend gegen Seilbewegungen gesichert.

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Fazit: 
Unglaublich vielseitig einsetzbares Sicherungsmittel zu einem erschwinglichen Preis.

Ersetzt oft Friends, die aufgrund ihrer Bauart nicht in schmale oder flache Placements hineinpassen

.Und: sie wandern auch nicht.

Ballnuts, ein wirklich schöner Luxus

Wir haben die in hartem Einsatz im Ettringer Basalt der Eifel getestet. Und ich kann nur sagen, es hat Spaß gemacht. In kleinsten und flachen Rissstrukturen – so ab 4 mm – ging das schon los. Da geht sonst nichts mehr ausser einem Cliff oder ähnlichem.  

In einem aktuellen Kletterprojekt im Ettringer Basalt brauchte es neben einigen Bolts zusätzliche Sicherungen. In den feinen Rissen an der Crux lies sich jedoch kein Keil oder Friend anbringen. Die Ballnuts von Camp sind speziell für feinste bzw. kleinste Risse entwickelt worden und mit diesen lies sich die Stelle tatsächlich sichern.

Die Ballnuts sind aktive Klemmgeräte.
Diese funktionieren nach dem Prinzip eines Schiebekeils. Der eigentlich  klemmende Bereich ist ein konischer Keil, in dessen Mitte eine Nut  eingearbeitet ist, die nach hinten breiter und tiefer wird. Diese Nut führt eine Kalotte, die auf der einen Seite rund und auf der anderen Seite abgeflacht ist. Wird die Kalotte nach hinten gezogen, verschwindet sie praktisch in der Führung, der Ballnut kann in den Riss gelegt werden. Lässt man die Kalotte los, wird sie durch eine Feder wieder nach vorne gedrückt und spreizt den Ballnut, er klemmt. Bei Belastung verhält er sich ähnlich einem Friend:  Je größer der Zug, desto besser die Haltekraft.
Die Ballnuts von Camp gibt es in fünf verschiedenen Größen zur Absicherung von Rissen im Bereich von 3 - 18 mm.
Die Ballnuts sind sehr leicht, widerstandsfähig und sehr einfach in der Handhabung.

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Das Entfernen des Ballnut kann schon mal heikel sein.

Einfach über einen Seilzug an der Kalotte ziehen. Dadurch wird die Größe des verkleinert und er kann einfach aus dem Riss herausgezogen werden.  Nach einer Sturzbelastung klemmt die Kalotte gerne so toll zwischen dem Keil und der Felsoberfläche, dass einige Geduld und wiederum ein Klemmkeilentferner vonnöten sind.

Fazit:
Phantastisches Klemmgerät mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten.

Leicht zu legen, für allerfeinste Rissstrukturen!

Ausgezeichnete Haltekräfte von 8 kN pro Keil.

Einziger Wermutstropfen: der hohe Preis. Aber so ist das nun mal mit Luxusgütern.

Absolute Kaufempfehlung.

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Traut Euch in Bohrhaken freie Linien.

Ist das Klettern nur mit Keilen denn nun schwerer als reines Bohrhaken klinken? Und macht es überhaupt Spaß? Auf beide Fragen lautet die Antwort ja. Es ist schwerer, denn es ist physisch anstrengender, weil man beim Keile legen oft lange in einer unbequemen Position verharren muss. Und es ist psychisch anstrengender, weil zum Klettern noch die Sorge um die Absicherung kommt. Und es macht Spaß, weil es einem ungeheure Befriedigung verschafft, eine Wand nicht nur aus eigener Kraft durchstiegen, sondern auch mit eigenen Mitteln bewältigt zu haben.
Also, der Jubiläumsriss wartet auf Euch.

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Das Sicherungsgerät “Zap-o-mat”
von Edelrid

Die Kletterschuhe
“Top Gun”
von Rockpillars

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